Wir sind noch einmal davongekommen

Ob Eiszeit, Sintflut oder Krieg, die Familie Antrobus übersteht alle Katastrophen mit Hängen und Würgen. Am 05.02.2013 stellte die Theater-AG unter Leitung von Beate Graf Thornton Wilders Theaterstück einem großen und begeisterten Publikum vor. Die Hauptdarsteller meisterten ihre teils sehr textreichen Rollen routiniert und mit viel Leidenschaft. Selbst eine stark angeschlagene Stimme fiel dabei für die Zuschauer nicht sonderlich auf. Auch die weiteren Rollen wurden mit Temperament gespielt. Aufwendige Kostüme und Masken sowie ein stimmungsreiches Bühnenbild halfen dabei, die schauspielerischen Leistungen in Szene zu setzen. Dies alles trug dazu bei, die Wechsel zwischen Handlung und Metaebene so zu gestalten, dass sie leicht nachvollziehbar waren. Die Protagonisten kommen gerade noch einmal davon. Die Schülerinnen und Schüler hingegen zeigten, dass sie in der Schauspielerei bereits ziemlich weit gekommen sind.

Es ist schön zu sehen, wie sich Jugendliche auf das Projekt „ein Theaterstück aufführen“ einlassen können und dies mit ihren individuellen Fähigkeiten lebendig gestalten. Ich bin mir sicher, dass alle Beteiligten an Erfahrung und Selbstwertgefühl gewonnen haben. Das begeisterte Publikum dürfte ein hoher Ansporn für viele Schülerinnen und Schüler sein unser kulturelles (Schul-) Leben weiterhin zu bereichern. Ich bin schon auf die nächste Produktion gespannt.
Johannes Meschede (Text und Fotos)

Interview mit Beate Graf, der Regisseurin

Spielen die Schüler tatsächlich gerne ein Stück, das das Leben der 1930er Jahre in den USA reflektiert, Frau Graf?

Eigentlich geht es mehr um Katastrophen und darum, dass die Menschheit so oder so „mal wieder davonkommt“. Obwohl sie wenig dafür kann…

Das Stück soll proppenvoll mit Metaphern und Gleichnissen sein. Benötigt man fürs Verständnis ein abgeschlossenes Geschichtsstudium?

Nein, man darf zusammen mit Miss Sommerset aus dem Stück immer mal wieder nichts verstehen oder plötzliche Geistesblitze haben.

Auf welche Art von Dialogen darf man sich gefasst machen?

Ungewöhnliche. Auf Fragen wie: Haben sie schon das Mammut gemolken? oder Statement wie: „Ich sage das nur ungern, aber sie sind keine schöne Frau.“

Wann sollte man NICHT in das Theaterstück gehen?

Wenn man ausschließlich realistische Darstellungen erwartet.

20 Schauspieler probten seit dem Sommer drei mal pro Woche und an drei Wochenenden. 4 Schüler fahren die Technik, 10 erstellten das Bühnenbild, die S.O.F.A-AG („Schüler organisieren fast alles“) serviert Getränke und Häppchen bei den Aufführungen.