Vortrag über Hirnforschung

Wie schwer ist unser Gehirn? Wie viele Kilometer Nervenbahnen durchziehen das Gehirn? Und was passiert dort, wenn wir Klavier spielen, Fahrrad fahren oder im Vortrag zuhören? Fragen über Fragen, von denen einige am 10.02.2017 von Prof. Dr. Stefan Rotter von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg beantwortet wurden. Auf sehr anschauliche Art und Weise konnten wir uns anhand von plastischen Modellen eine Vorstellung davon machen, wie komplex und vernetzt unser Gehirn ist.

Er hatte ein menschliches Gehirnmodell zum Anfassen mitgebracht, damit man sein Gewicht erspüren kann. Und einen Plastikwürfel vom Volumen 1 Liter vollgestopft mit 4 km Bindfaden. Das entspricht der Länge aller Nervenbahnen in nur 1 Kubikmillimeter Gehirn, das ist der millionste Teil eines Liters! Es wurde sehr klar, dass die Erforschung der Funktionsweise dieses unglaublich komplexen Organs in unserem Kopf nicht ohne Mathematik und Physik auskommt.

Prof. Dr. Rotter – Direktor des Bernstein Center Freiburg, benannt nach einem Forscher mit dem Namen Julius Bernstein aus dem 19. Jhd. – hatte nicht nur einen Vortrag dabei, sondern vielmehr 10 Kurzvorträge zu sehr unterschiedlichen Themen aus seinem Forschungsgebiet. Für die Entscheidung über den Verlauf des Nachmittags wurde eine Gruppe von 8 Schülerinnen und Schülern ausgewählt und mit je einer elektrischen Nervenzelle ausgestattet. Die 8 Nervenzellen wurden zu einem „Gehirn“ verbunden, das je nach „Feuern“ der Nervenzellen (durch Knopfdruck ausgelöst) einen Computerzeiger über den Bildschirm steuerte. Diese „neuronale Demokratie“ entschied dann über das jeweils nächste Vortragsthema…

Im exzellent vorgetragenen Vortrag haben wir Einblicke bekommen, wie das Gehirn mit Computersimulationen und anderen technischen Mitteln erforscht wird. Dafür wurde an der Universität Freiburg kürzlich ein ganz neuer Rechner mit mehr als 15.000 Prozessoren angeschafft, der zu den 500 schnellsten Computern weltweit gehört.

In der abschließenden Fragerunde wurden interessante Ein- und Ausblicke in die Medizin gegeben, z.B. was die Parkinson-Krankheit ist, was man unter dem Locked-In-Syndrom versteht (bei vollem Bewusstsein in seinem komplett gelähmten Körper eingeschlossen zu sein) und verschiedene andere Erkrankungen des zentralen Nervensystems angesprochen.

Insgesamt war es ein sehr interessanter Nachmittag für die Schüler des Seminar- und Psychologiekurses sowie die interessierten Eltern und Lehrer der Staudinger Gesamtschule. Vielen Dank Herr Prof. Rotter, dass Sie sich die Zeit für unsere S.u.S. und interessierte LehrerInnen und Eltern genommen haben! Weitere Fragen zum Thema per Email werden gerne beantwortet:

stefan.rotter@biologie.uni-freiburg.de

 

Anna Witte-Rotter/ Eva Stein-Schmid