Vortrag: „Kultur – gut – Alkohol“

Warum trinken viele Jugendliche exzessiv Alkohol? Wie können und sollen Eltern auf den Alkoholkonsum ihrer Kinder reagieren? Antworten auf diese Fragen gab am Montag, 23. November 2015 Jeanette Piram, Dipl. Psychologin und Leiterin der Drogenhilfe-Freiburg, die auf Einladung des AK-Suchtprävention im Werkspielhaus zu Gast war.

Die Expertin ging in ihrem Vortrag auf die kulturhistorische Bedeutung von alkoholischen Getränken ein und zeigte auf, dass Alkoholgenuss von jeher eine soziale Aktivität ist: Menschen stoßen miteinander an, um besondere Anlässe und Übergänge (Geburt, Konfirmation, Examen, Hochzeit, etc.) zu feiern. Die Situationen, in denen getrunken wird, sind vielzählig und alkoholischen Getränken komme eine symbolische Bedeutung zu, so Piram. Kinder würden in unserer Gesellschaft schon früh mit Alkoholkonsum konfrontiert, sie lernen, dass das Trinken dazugehöre und ahmten letztendlich das Verhalten der Erwachsenen nach. Dass Jugendliche Grenzen überschreiten und experimentieren, sei normal und typisch für die Pubertät – eine Lebensphase, in der Umbrüche in vielen Bereichen stattfinden. Wichtig ist, so die Expertin, dass Jugendliche einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol erlernen und dabei von ihren Eltern unterstützt werden. Dies könne beispielsweise durch familieninterne Konsumregeln (die für ALLE Mitglieder, auch die Erwachsenen gelten) und durch klar vereinbarte Konsequenzen geschehen. Für Eltern gelte es, für ihre Kinder – wie in anderen Lebensphasen – da zu sein, Verhalten wahrzunehmen und eigene Sorgen in Form von „Ich-Botschaften“ zu formulieren. Den Jugendlichen selbst rät Jeanette Piram folgendes: 1.) Kein Alkohol zum Durstlöschen, 2.) Keine Trinkspiele, 3.) Sicherungsabsprachen mit Freunden treffen, 4.) „Nein“-Sagen lernen. Es gehe nicht darum, ganz auf Alkohol zu verzichten, sondern die Konsumkompetenz der Kinder und Jugendlichen zu schulen, so die Suchtexpertin. Denn in Maßen und mit Genuss getrunken ist Alkohol das, was der Titel des Vortrags besagt – ein Kulturgut.