Stellungnahme der Schule zu Hermann Staudinger als Namensgeber

Die Schulgemeinschaft der Staudinger-Gesamtschule wurde von den Verstrickungen von Hermann Staudinger in den Nationalsozialismus, die der Öffentlichkeit bislang unbekannt waren, überrascht. Als eine Schule, die sich selbst als weltoffen und tolerant versteht, könnten wir einen antisemitischen Namenspatron nicht akzeptieren. Wir werden uns angesichts dieser Situation selbstverständlich mit den historischen Erkenntnissen kritisch auseinandersetzen, diese mit allen am Schulleben Beteiligten diskutieren und entsprechende Konsequenzen ziehen.

Angedacht sind bislang Veranstaltungen mit Experten wie Prof. Carl Priesner, der den Nachlass Staudingers am Deutschen Museum in München aufgearbeitet hat, und Prof. Rolf Mülhaupt, der jetzige Direktor des Staudinger-Institutes für Makromolekulare Chemie an der Universität Freiburg. Bereits jetzt beschäftigt sich ein Neigungskurs Geschichte der Oberstufe in einem Projekt mit dem Thema. Für das Frühjahr 2017 (genauer Termin folgt) ist zudem ein Themenabend geplant, der sich mit den Verstrickungen Staudingers in der Nazizeit beschäftigen wird.

Wir gehen davon aus, dass der Prozess und die ergebnisoffen geführte Auseinandersetzung mit unserem Namensgeber Hermann Staudinger unter Einbeziehung aller am Schulleben Beteiligter Zeit beanspruchen wird. Die Schule hat erfreut zur Kenntnis genommen, dass Oberbürgermeister Dr. Salomon den Vorschlag der Kommission zur Überprüfung der Freiburger Straßennamen, die Staudinger-Gesamtschule selbst möge sich mit ihrem Namenspatron beschäftigen, für außerordentlich umsichtig und klug hält. Wir danken dem Oberbürgermeister für das entgegengebrachte Vertrauen und werden uns als Schulgemeinschaft konstruktiv und verantwortungsbewusst mit dem Thema auseinandersetzen.

Weitere Informationen im BZ- Bericht: Sollen Staudinger- und Hansjakob-Schule ihre Namen ändern?