Staudi’s got the Blues

Im Rahmen des 4. Freiburger Bluesfestivals kamen zwei Klassen des Jahrgangshauses 13 am Mittwoch, den 25. Oktober, in einen ganz besonderen musikalischen Genuss:

Der italienische Blues-Gitarrist Roberto Morbioliund der amerikanische Saxophonist Sir Waldo Weathers waren zu Gast im Theatersaal der Staudinger Gesamtschule und beeindruckten durch einen Musik-Workshop der besonderen Art. Beide hatten am Abend zuvor einen furiosen gemeinsamen Auftritt am zweiten Tag des Freiburger Blues-Festivals in der Wodan Halle. Dementsprechend gut gelaunt präsentierten sie sich und ihre Musik den Klassen 9a und 9b in einer Doppelstunde mit einer Mischung aus Konzert, Talkrunde und Lehrstunde.

Morbioli, der normalerweise mit seinem Trio „Morblus“ reist, brachte seine Lieblingsgitarre aus den 70er-Jahren mit auf die Bühne und beeindruckte von Beginn an mit seiner leidenschaftlich-kratzigen Stimme begleitet von soliden Bluesriffs.

Weathers, der seit seinem zwölften Lebensjahr auf der Bühne steht und als herausragender Funk&Soul-Saxophonist mit namhaften Musikern wie James Brown, B.B. Kind oder Phil Collins musizierte, schnappte sich zunächst einmal den Staudi-E-Bass und jammte darauf gekonnt herum, bevor er dann den Theatersaal mit seinem hingebungsvollen Saxophonspiel regelrecht verzauberte.

Man merkte den beiden deutlich an, dass sie in den letzten Jahren schon des Öfteren gemeinsam auf der Bühne gestanden hatten, denn sowohl die improvisierten Bluesnummern als auch Funk-Hits wie James Bowns „Sex Maschine“ oder Stevie Wonders „Superstition“ klangen auch ohne Original-Begleitband aufregend und mitreißend. Letzteres Stück war die Gelegenheit für Louis Rossel aus der 9a zu zeigen, dass auch er den Soul-Rhythmus im Blut hat und seine Schlagzeugbegleitung fand große Anerkennung bei den Profis: „What you just did was incredible!“

Überhaupt wurde das Publikum die ganze Zeit über eingebunden. Die Fragerunden waren offen und heiter, bei den Stücken wurde kräftig mitgeklatscht und Nick Do aus der 9b spielte ohne zu zögern Mozarts „Türkischen Marsch“ auf dem Klavier vor. Und auf einmal verschwammen die Genre- und Kulturen-Grenzen und es ging nicht mehr nur lediglich um Blues oder Soul oder Südstaaten-Melancholie, sondern um Kunstschaffen und Lebenserfüllung im Allgemeinen. Weathers und Morbiloli hatten viele motivierende Ratschläge für die Jugendlichen im Gepäck und verstanden es, mit Witz und Charme wichtige Themen wie  Auftrittsängste, Liebesleid, Kindererziehung oder Drogenprobleme zu beleuchten und darüber zu reflektieren. Dass nur Englisch gesprochen wurde, war kein Problem, und die Schülerinnen und Schüler waren begeistert von dieser „etwas anderen“ Schulstunde.

Ermöglicht und finanziert wurde dieser musikalische Morgen von den „Bluesfreunden Freiburg e.V.“ unter der Initiative des 1. Vorsitzenden Hermann Sumser. Der gemeinnützige Verein versteht als eine seiner Hauptaufgaben die „Verbreitung und Integration von Blues und angrenzenden Musikrichtungen in das kulturelle Leben der Stadt Freiburg […]“ und geht mit diesem Auftrag auch an Schulen in der Region. Die „Bluesfreunde Freiburg e.V.“ veranstalten nebenbei das Bluesfestival in Freiburg. Diese erste Kooperation mit der Staudinger Gesamtschule war bei Musikern, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften ein voller Erfolg. Wir freuen uns schon auf eine Neuauflage im kommenden Jahr.

 

Text: Maik Oehme

Fotos: Johannes Meschede