Nach Bali und zurück

MetallophoneWo liegt denn eigentlich Bali?? Dieser Frage gingen wir nur beiläufig nach, intensiver jedoch beschäftigten sich SchülerInnen der J2 am 28. 1. und 4. 2. 2014 mit der Musik auf dieser indonesischen Insel, der balinesischen Gamelanmusik, die quasi „vor Ort“ im Rahmen eines vom Förderverein und Regierungspräsidium gesponserten Workshops erlebt werden konnte.

In dem nur wenige Gehminuten von der Schule entfernten Probenraum des Freiburger Gamelan-Ensembles „Anggur Jaya“ befinden sich Originalinstrumente aus Bali, z.B. „Gangsa“ (Bronze-Metallophone), Gongs verschiedener Größe, Bambusflöten etc.

Die Metallophone sind paarweise so aufeinander abgestimmt, dass durch geringfügige Abweichungen Schwebungen entstehen. Verstimmungen von Instrumenten sind hier im Gegensatz zur europäischen Musik also ausdrücklich erwünscht, ja sogar erforderlich, um den vibrierenden und lebendigen Klang zu erzeugen.

Wir erlernten zunächst die Kernmelodie – bestehend aus 4 Tönen – auf einem großen Metallophon-Paar. Diese wie auch die anderen Patterns wurden ständig wiederholt. Nach und nach gesellten sich weitere Instrumente dazu, z. B. kleinere Metallophon-Paare, die die Hauptmelodie umspielten bzw. ergänzten. Kernmelodie und Auszierung ergaben zusammen eine Art „innere Melodie“.

Um einen Klangbrei zu vermeiden, mussten die noch klingenden Bronzeplatten möglichst synchron zum Anschlag der nächsten Platte gedämpft werden. Verschieden große Bronzebuckelgongs setzten zum Melodiegeflecht einen klanglichen und rhythmischen Kontrapunkt. Orientieren konnte man sich immer am größten Gong, der einzelne Phasen des Stückes einläutete. Nach und nach entwickelte sich so das Stück, ein ritueller Kriegstanz.

Eine leise Ahnung vom virtuosen Können der balinesischen Musiker hatten wir, als wir die Originalaufnahme hörten – dagegen war unser Tempo sehr ruhig – eher für einen slow-motion-Kriegstanz geeignet.

GamelanNatürlich ist es möglich, diese Musik auf YouTube anzuhören, niemals wird auf diese Weise jedoch dieser volltönende und den ganzen Raum einnehmende Klang erlebbar sein.

„Es hat Spaß gemacht, den doch sehr anderen Musikstil mal selbst zu praktizieren“, meinten die SchülerInnen. „Aber unbequem war es!“, denn diese Musik wird im Sitzen gespielt und manch ein langbeiniger Schüler musste sich zum Spielen der Instrumente regelrecht zusammenfalten.

Ein herzlicher Dank ergeht an die kompetenten Leiterinnen Sigrid Winter und Hilde Pols sowie an die finanziellen Unterstützer, die uns diese Erfahrung ermöglichten. Und: Welch ein Glück, dass Bali so nahe an der Staudinger-Gesamtschule liegt!
Nikita Auerbach, Hedwig Bührle