Knappes Votum im UN-Sicherheitsrat

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„Wir sollten uns da ganz raushalten!“ – Die Meinung der UN-Sicherheitsrat-Sitzung schien von Beginn an gegen ein Engagement in Afghanistan zu tendieren. Bei der Sondersitzung im Raum 224 der Staudinger-Gesamtschule waren vor allem die zehn nicht ständigen Mitglieder gegen eine militärische Intervention im Krisengebiet. Nur der Vertreter von China forderte unnachgiebig seine „stark bewaffneten Truppen“.
Mit knapper Not konnte sich die Sitzung auf die Durchführung demokratischer Wahlen einigen – vielleicht auch, weil die Art der Bewaffnung recht schwammig blieb: Zuletzt stimmten jedoch die fünf ständigen Mitglieder sowie genügend der nicht ständigen Mitglieder dafür. Die Resolution war angenommen.

Wenige Tage später stand vor den Delegierten aus der 10f mit Jugendoffizier Hauptmann Thomas Erken ein Befürworter des Afghanistankriegs. Oder des „bewaffneten Engagements im Krisengebiets“, wie die offizielle Sprechweise aus dem Verteidigungsministerium lautet. Er legte dar, dass das „Massaker von Srebrenica“ (1995) gezeigt habe, dass gering bewaffnete UN-Soldaten, die lediglich zuschauen können, keine Lösung bieten würden, deswegen das deutlichere Eingreifen im Rahmen des NATO-Einsatzes.

Jugendoffizier Thomas Erken

Jugendoffizier Thomas Erken

Die Schülerinnen und Schüler konnten den Jugendoffizier mit Fragen löchern, vor allem, da er bereits in Afghanistan war und in wenigen Monaten wieder für vier Monate dort als Presseoffizier im Einsatz sein wird – „mit kugelsicherer Weste“. Zuletzt ging es auch darum, selbst Schlüsse aus dem Für und Wider, aus Krieg und Frieden, Wunsch und Wirklichkeit zu ziehen: „Für mich hat der Vortrag des Soldaten eigentlich nichts geändert. Die Situation in Afghanistan ist für mich nach wie vor ein Krieg“ – das war öfters zu hören. Aber auch „ich bin immer noch der Meinung, dass dort bewaffnete Soldaten sein sollten.“ „Ich würde meine Soldaten nicht nach Afghanistan schicken, …“ spiegelte vielleicht die Lage der Freundin des Jugendoffiziers, die gefragt habe, ob nicht jemand anderes statt ihm gehen könne: Von den 3500 ständig in Afghanistan agierenden Soldaten kehrten bislang 30 nicht zurück.
Der folgende Satz umreißt möglicherweise das gesamte Dilemma: „Ich finde es richtig, zur Stabilisation Soldaten zu schicken, wenn es aber nicht gelingt, sollte man es lassen und sie sollten besser geschützt werden.“ Das mit dem Schutz der Soldaten lag auch einer Schülerin besonders am Herzen: Ihr Freund war bereits in Afghanistan im Einsatz – und wird Ende des Jahres während der Durchführung von Wahlen wieder vor Ort sein.

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