JGH 13 besucht in aufregenden ‚Brexit-Zeiten‘ das EU-Parlament

Das gesamte Jahrgangshaus 13, das heißt alle 10. Klassen (rund 170 Schüler und Schülerinnen) in Begleitung von 13 Lehrer und Lehrerinnen der Staudinger Gesamtschule, besuchte am 17. Januar das EU-Parlament auf Einladung seiner Vizepräsidentin Evelyne Gebhardt (SPD).

In der 10. Klasse steht das Thema Europäische Union in den verschiedenen Fächern aller Schularten auf dem Bildungsplan. Passend dazu finden in diesem Jahr im Mai 2019 die Wahlen zum EU-Parlament statt. Ein Grund mehr, das EU-Parlament vor Ort zu erkunden.

Rund 800 Abgeordnete und Mitarbeiter lassen die Einwohnerzahl Straßburgs in den 12 Sitzungswochen pro Jahr um etwa 3.000 Menschen anwachsen. In dem imposanten Gebäude des EU-Parlaments konnten die Schülerinnen und Schüler an einer Parlamentsdebatte teilnehmen und hatten dabei die Gelegenheit Fragen an die Vizepräsidentin des EU-Parlaments loszuwerden. Frau Gebhardt, die seit 1994 Abgeordnete ist, stellte sich den  Fragen aus unterschiedlichen Themenbereichen und stand Rede und Antwort. Natürlich erkundigte sich sofort ein Schüler nach ihrer Haltung zum Brexit. Sie äußerte ihre Verärgerung über die Ablehnung des britischen Unterhauses über den ‚Brexit-Deal‘. „Man kann nicht nur ablehnen, man muss auch sagen was man will!“, sagte die Vizepräsidentin den Schülern. Sie hoffe, dass es vielleicht doch noch zu einem zweiten Referendum komme und so die Briten sich für einen Verbleib in der EU entscheiden würden.

Eine andere Schülerin wollte von Frau Gebhardt wissen, was sie als Europapolitikerin vom Schulsystem in Deutschland, bzw. Baden-Württembergs im Vergleich zu anderen EU-Staaten halte. Hier gab Frau Gebhardt, die gebürtige Französin ist und der Liebe wegen nach Deutschland gezogen war, schmunzelnd zu, dass sie das Schulsystem der einzelnen Bundesländer bis heute nicht gänzlich durchdringe und sie andere Spezialgebiete habe. Jedoch finde sie, dass Gesamt- und Ganztagsschulen, wie es sie z.B. auch in Frankreich gibt, die sozial gerechteste Schulart sei, bei der nicht schon in jungem Alter aussortiert würde. Diese Aussage nahmen die Staudinger Gesamtschüler mit einer gewissen Genugtuung zu Kenntnis.

Auf die vielen Wahlniederlagen der SPD angesprochen und ob diese „noch zu retten sei“, meinte die SPD-Politikerin, dass sie sich hier keine Sorgen mache, denn die Sozialdemokratie sei eine so alte und starke Partei, dass sie auch diese Phase gut überstehen werde.  Es folgten noch viele weitere Fragen, doch dann nach einem anschließenden Fototermin musste Frau Gebhardt zu den nächsten Terminen eilen.

Für die Schüler war es insgesamt eine beeindruckende Erfahrung. „Es war toll als Schülerin in die Rolle der Presse zu schlüpfen und Politikern Fragen stellen zu können und antworten zu erhalten“, resümierte Hannah aus der 10. Klasse.

Im Anschluss an den Parlamentsbesuch konnten die Staudinger Gesamtschüler noch die Altstadt Straßburgs erkunden und freuen sich nun auf die Juniorwahl der Bundeszentrale für politische Bildung im Mai 2019. Bei dieser Wahl dürfen nämlich auch die nicht volljährigen Schüler und Schülerinnen ihre Stimme abgeben.

Text und Foto: Mathias Bürger