J2-Ausflug zum Vitra-Museum

Es ist ein eisiger Tag als wir, die Kunstklasse der J2 mit Frau Rüb am 22. Oktober im Vitra Museum in Weil am Rhein sind, um die verschiedenen Gebäude diverser Architekten zu besichtigen.

Unser freundlicher Führer Albert geleitet uns als allererstes zum Vitra Design Museum, welches von Frank Gehry 1989 erbaut wurde. Das Gebäude ist sehr imposant. Weiß getüncht, ausladend mit seinen vielen geometrischen Figuren, die raumeinnehmend nach außen streben, steht dieser Klotz auf der grünen Wiese. Fröstelnd laufen wir drum herum, während Albert die Besonderheiten des Gebäudes aufzeigt: So streben am Eingang zwei große Würfel gen Himmel, die an eine aufmunternde Aufforderung erinnern. Es lädt ein, das Gebäude von innen zu besichtigen, doch dafür ist jetzt keine Zeit. Erst einmal geht es weiter zu einem sehr viel unscheinbareren Gebäude, das vor allem hinter dem Vitra Museum fast verschwindet.

Wir folgen einem schmalen Pfad, bis wir an eine Betonmauer kommen, die aus lauter rechteckigen Kästen zusammengesetzt ist. Diese haben die Größe von Tatamimatten, die in Japan traditionell zum Schlafen verwendet werden, wie Albert erklärt. Das Gebäude, ein Konferenzpavillon, wurde nämlich auch von einem Japaner kreiert: Sein Name: Tadao Ando. Er vermischt Modernität mit japanischer Tradition. Heraus kommt ein ungewohntes aber eindrucksvolles Gebäude. Es besteht aus mehreren großen Fensterfronten und hauptsächlich grauem, unverputztem Beton. Doch dies hört sich eintöniger an, als es ist: Denn Tadao Ando achtet darauf, dass sich das Gebäude in die Landschaft einfügt: So stehen viele Kirschbäume drumherum, die großen Fenster schaffen eine Verbundenheit zwischen Natur und Gebäude, und einen Innenhof gibt es auch. Das ist etwas typisches japanisches, die Idee, ein Stück Himmel zu „besitzen“. Auch achtet Tadao Ando stark auf die Symmetrie: Das Gebäude fügt sich raffiniert in die Landschaft ein, die Außenmauer bildet die Parallele zur Landstraße (wodurch der Schein entsteht, als würden die Autos aus der Sicht vom Betrachter im Gebäude auf der Mauer fahren) und die Winkel und Längen des Baus sind an verschiedene Kunstwerke in der Umgebung angepasst. Das Gebäude, das glücklicherweise beheizt ist, ist schlicht eingerichtet: Es gibt nur Stühle und Tische und selbst diese wurden auf Wunsch der Vitra eingeführt, da Tadao Ando die Leere bevorzugt, was auch sehr eindrucksvoll ist.

Dann, nach zwei Stunden ausführlicher Beschreibung und Verdeutlichung, ist die Führung zu Ende. Wir beschließen uns die Ausstellung im Vitra Design Museum anzuschauen, die ebenfalls sehr interessant ist und uns dann noch kreative Ideen aus dem Vitra Haus zu holen, das voller witziger Möbel, Lampen und Textilien ist. Danach wird der Heimweg angetreten.

Vielen Dank für diesen lehrreichen und netten Ausflug!

Alexandra Riffel, J2