Infos zum Werkspielplatz

Werkspielplatz Entstehung und Entwicklung

Der Werkspielplatz ist seit 1980 ein wesentlicher Bestandteil des Ganztagesangebots der Staudinger Gesamtschule. Er ist ein Kind der Abenteuerspielplatzbewegung der 70er Jahre.

Prof. H. Deißler, Vorsitzender der Planungsgruppe der Staudinger Gesamtschule:

„Die Kinder haben auf diesen Plätzen die Möglichkeit mit Werkzeug und Material umzugehen und so das Gelände nach eigenen Bedürfnissen immer wieder neu zu Gestalten. Natürlich brauchen die Kinder hier die Unterstützung und Fürsorge eines Sozialarbeiters.“

Nach Anfängen auf einem kahlen Platz mit wenigen niedrigen Büschen und Werkzeugausgabe aus dem Bollerwagen, entwickelte sich der Werkspielplatz über die Jahrzehnte zu einem 1800 qm großen und inzwischen mit großen Bäumen bewachsenem Paradies für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Als „work in progress“ wurde der Platz ständig weiterentwickelt und ausgebaut. Mittlerweile besteht das Inventar aus einem Werkzeugcontainer, einem überdachtem Holz- und Materiallager sowie einem Container mit Tischen und Bänke für Feste und Veranstaltungen.

Vor allem die von Kindern gebauten Hütten (ca. 25) bestimmen den Charakter des Platzes.

Pädagogisches Konzept von Werkspielplatz und Werkspielhaus
„Kinder brauchen mehr als Brot und Schule“

Der Werkspielplatz (seit 1980) und das Werkspielhaus (seit 2003) sind Bestandteile des Ganztagesangebotes der Staudinger- Gesamtschule und ein konzeptionell bedeutsamer Teil im so genannten „Offenen Bereich“ der Ganztagesschule.

Mit “Offenem Bereich“ sind die Räume des Schulgeländes gemeint, in denen sich die Schüler/innen während der Mittagspause ohne zeitliche Verpflichtung und weitgehend selbstbestimmt aufhalten
Der “Offene Bereich“ ist lebenswelt- und bedürfnisorientiert im Gegensatz zum Unterricht. Er ist ein wichtiger Bereich sozialen Lernens und bedeutsam für die Entwicklung von Gleichaltrigenbeziehungen und Freundschaften. Neben seiner kompensatorischen Funktion (Spaß, Entspannung, Toben, Ausgleich zum „Schulstress“) für die Kinder der Orientierungsstufe hat er gleichzeitig auch die Bedeutung einer komplementären Funktion zum Unterricht. Dafür bedarf eines vielfältigen Angebots von Ruhe und Entspannung bis hin zu Toben und Bewegung. Im “Offenen Bereich“ sind Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern möglich, jenseits von Leistungsanforderungen und Leistungsdruck. Für viele Kinder liegt darin die wesentliche Bedeutung dieses Bereichs. Die Kinder bestimmen Nähe und Distanz zum Betreuer. Die Qualität des 0ffenen Bereichs steht und fällt mit der Person und Kontinuität des Betreuers.

Als pädagogisch betreuter Spielplatz orientiert sich der Werkspielplatz an folgenden Grundsätzen:
  • Orientierung an den Bedürfnissen der Kinder
  • Unterstützung von selbstbestimmtem Spielen und Lernen
  • Vielfältigkeit des Angebotes
  • Offenheit und flexible Veränderbarkeit des Platzes
  • Förderung von sozialen Beziehungen
  • Konstante erwachsene Bezugspersonen
Nutzung des Werkspielplatzes

Das knapp zweistündige Mittagspausenprojekt erreicht wöchentlich (4 Öffnungstage/Woche) im Schnitt zwischen 100 – 150 Kinder.

Die Kinder können auf dem Werkspielplatz spielen, toben, graben, schreien,
Feuer machen, „kämpfen“, kochen… und vor allem aber ihre Hütten bauen.
Eine Hütten-Gruppe hat zwei bis ungefähr zehn Mitglieder. Die Gruppen sind

In der Regel geschlechterhomogen. Bei der Leitung des Platzes, wird der Sozialpädagoge, tageweise von einer Lehrerin oder einem Lehrer und einer Mutter (ehrenamtlich) unterstützt. Auch ältere Schüler/innen helfen manchmal mit. Der Werkspielplatz wird von den Kindern und Jugendlichen aber auch als ein Raum für Gespräche mit dem Sozialpädagogen oder den mitarbeitenden Lehrern oder Eltern aufgesucht. Außerdem halten sich während ihrer Mittagspause inzwischen oft auch kleinere Gruppen Jugendlicher aus der Mittelstufe auf der Terrasse oder am Teich auf.

Darüber hinaus wird der Werkspielplatz von Klassen für Unterrichtsprojekte oder Klassenfeste genutzt.