Ich komma saufen

ich komma saufen
„Ich habe alles unter Kontrolle“ versichert uns H. immer wieder. „Alles“ ist der Alkohol, der sein Leben bestimmt. Vom Staat sei er dazu verdonnert worden in die Klassen zu gehen und SchülerInnen über die Gefahren, die mit Alkohol verbunden sind, aufzuklären. Das finde er eigentlich sinnlos, er sei dafür der Falsche.
Das Klassenzimmerstück „Ich komma saufen“ des Freiburger Theaters Radix tourte die Woche vom 10.3.-14.3. durch alle Klassen des 9. Jahrgangs. Durch den Förderverein und die Oberle-Stiftung war das Theater für alle Klassen kostenfrei, vielen Dank an beide, dass sie dies ermöglicht haben. Der AK Suchtprävention und die Kulturbeauftragte der Schule haben sich zusammengeschlossen und die Organisation übernommen.
H. entlarvt sich im Laufe des Stückes selbst: Sein Freundeskreis ist tot oder schwerstbehindert, Schuld hat der Alkohol. Nicht nur die schauspielerische Leistung von Sebastian Menges beeindruckte die SchülerInnen, er spricht ihre Sprache und seine Geschichte erreicht die Jugendlichen. „Ich habe ganz vergessen, dass es ein Theaterstück ist“, sagt eine Schülerin der Klasse 9a. Die NeuntklässlerInnen müssen trotz des ernsten Themas oft lachen, aber immer wieder ist es komplett still im Klassenzimmer, immer dann, wenn klar wird, welche Katastrophen durch den Alkohol ausgelöst werden können.
Eine Form der Suchtprävention, die ankommt. (graf)