Fliegende Würste zwischen den Fingern: Vortrag über optische Täuschungen

Können wir uns auf unsere Augen verlassen? Wie kommt es zu sogenannten „optischen Täuschungen“? Was beeinflusst unsere Wahrnehmung von Farbe, Raum, Gestalt und Bewegung? Antworten auf diese Fragen gab am 11. November Prof. Dr. Michael Bach, Experte für Sehforschung an der Freiburg Klinik für Augenheilkunde, der auf Einladung von Anna Witte-Rotter an unsere Schule kam. In einem kurzweiligen Vortrag präsentierte Prof. Bach seinem Publikum erstaunliche Phänomene: Finger, die sich scheinbar in „schwebende Würstchen“ verwandeln (Zeigefingerspitzen aneinanderlegen, Finger an die Nasenwurzel legen und von dort langsam vom Gesicht wegführen: Schon scheint ein Mini-Wienerwürstchen zwischen den Fingerspitzen zu schweben), Totenkopfabbildungen, die nur aus bestimmten Perspektiven als solche erkennbar sind (vgl. Holbeins Gemälde „Die Gesandten“) und ruhende Buddhas, die sich plötzlich anfangen zu bewegen. Was zunächst erstaunlich wirkt, lässt sich wissenschaftlich jedoch plausibel erklären, so Bach. Wir dürfen unseren Augen durchaus trauen, denn wir sehen immer das, was wir erwarten bzw. worauf wir uns konzentrieren. Die Welt, die wir wahrnehmen, entsteht im Kopf und das Gehirn konstruiert Wirklichkeit aufgrund von Erfahrungen, erklärt der Sehexperte. Erst wenn diese Erwartungen enttäuscht werden oder sich das Gehirn auf etwas anders konzentriert, kommt es zu optischen Täuschungen. Wer Lust hat, selbst zu experimentieren, der klicke hier.

(Foto: Anna Witte-Rotter)