Eine GFS auf dem Friedhof?

Hört sich nicht gerade vielversprechend an. Doch wenn die Sonne scheint, es über 20 Grad hat, die Lehrerin, die uns begleitet, Frau Witte- Rotter ist und die GFS auf dem ALTEN Friedhof stattfindet, sieht es doch schon ganz anders aus. Denn der Alte Friedhof in Neuburg, einem Stadtteil von Freiburg im Breisgau, ist ein 2,65 ha großer stillgelegter Friedhof mit parkartigem Charakter. Er befindet sich in der Nähe der Ludwigskirche, wird aber meistens Herdern zugeordnet oder- wie viele unserer Mitschüler dachten- dass mit dem Alten Friedhof der Hauptfriedhof gemeint ist. Doch als dann endlich alle hergefunden hatten, konnten Samira Joos und Jule mit ihrer GFS beginnen.

Wir lernten den Friedhof näher kennen und kaum zu glauben: Es fühlte sich wirklich an, als würde man in einem grüngelegenen ruhigen Park spazieren. Außerdem erfuhren wir, dass der Alte Friedhof einer der ältesten noch in seiner Gesamtheit erhaltenen Friedhöfe in Deutschland ist. Deshalb ist er auch vom Denkmalschutz als Kultur- und Naturdenkmal eingestuft und trägt ein Zeugnis von Totenkult, Stadtgeschichte und Stilepochen des 17. und 18. Jahrhunderts. Wir sahen unter anderem das Grab von Ferdinand Weiß, Johann Christian Wentzinger und Karl von Rotteck. Auch fielen uns viele Symbole wie Kronen oder Schmetterlinge auf den Gräbern auf, deren Bedeutung wir im Laufe der GFS kennenlernten. Nach einer guten Stunde nahm unser Rundgang ein Ende.

Ja, der Alte Friedhof ist wirklich etwas besonders und vor allem ist die Kapelle (die leider gerade umgebaut wird) ein Highlight, da sie nach vielen Bombardierungen während des zweiten Weltkriegs immer noch erhalten ist. Der Alte Friedhof trägt eine lange Geschichte mit sich, denn welcher Friedhof ist noch so gut erhalten wie dieser, der schon 332 Jahre alt ist? Es war wirklich ein schöner, lehrreicher Nachmittag.

Text: Eve Herrling Fotos: ©Anna Witte- Rotter