30 Jahre Werki

 

30jahre-werkiKurzinterview Kone Bohnacker (argus) Juli 2011
Herr Bohnacker, alle Lehrer und Schüler sagen „Kone“. Können wir Kone sagen?

Die neuen Lehrer sind da ja zurückhaltend, bei den Kids mache ich das grundsätzlich schon. Ist auch bei 95% der Kinder kein Problem, da gibt es aber immer ein paar, denen mit „du“ einfach die Distanz fehlt. Die machen aber auch Probleme, wenn sie „Sie“ zu einem sagen.

Den Werkspielplatz gibt es seit 31 Jahren. Die Idee ist immer noch aktuell?

Absolut. Der Werki stammt ja aus einer Abenteuerspielplatz-Bewegung oder offenen Jugendarbeit. Er ist an der Staudi Anfang der 1980er Jahre aus dem Bedürfnis entstanden, während der Mittagspause etwas anzubieten. Im Gegensatz zu den politisch oft etwas überfrachteten Einrichtungen wie dem Ur-Abenteuerspielplatz im Märkischen Viertel in Berlin stand hier immer das Hütten bauen im Vordergrund und dazu kommen auch heute noch 30 Kinder pro Tag im Schnitt.

Nach zwei Jahren müssen die Hütten von den Baugruppen ja immer wieder abgerissen werden …

Ja, das ist für manche ganz schön traurig. Aber nach den zwei Jahren sind unsere pädagogischen Möglichkeiten hier auch ausgereizt. Ohne Hüttenbauen dürfen sie ja auch später noch kommen – und das machen auch einige …
[Ein paar Kinder betteln, dass er ihre Hütte zur Übernachtung „abnehmen“ solle – es findet gerade die traditionelle Werki-Übernachtung statt]
… das war ja eine Gruppe, bei der geht’s schnell. Wo waren wir? Ja: Vor allem der Teich und die Veranda werden von den älteren gerne besucht. Wer aus den höheren Klassen ein bisschen ab vom Schuss sein will, scheint hier genau richtig aufgehoben zu sein.

Eben, der Werki ist ja nicht mehr ausschließlich auf die OS begrenzt …

Seitdem wir das Werkspielhaus haben, finden hier auch von Schülern geleitete AGs statt. Die sind hier für sich, haben eine Musikanlage zum Beispiel für Hip Hop und trotzdem habe ich aus dem Augenwinkel einen Blick drauf. Das ist prima. [Ein paar Kinder beginnen, mit einigen Latten aus dem Stapel abgerissener Hütten ein Fegefeuer zu entfachen] Hey! Lasst die Latten bitte draußen!

Mal ehrlich, wie viel Kilogramm Nägel wurden auf dem Werki schon eingeschlagen?

Eine ganze Menge! 100 Kilo pro Jahr? Nein, viel mehr. Ich bestelle bestimmt für 500 Euro im Jahr. Das sind hauptsächlich die 65er Nägel, aber für die Balken brauchen wir auch 100er und die 160er. Da müssen wir aber manchmal mal Einschlagen helfen.

Und der Pflasterverbrauch?

Hält sich in Grenzen. Ich hole ab und zu eine ganz normale Packung Leukoplast, die reicht immer eine Weile.

Dankeschön. Gute Nacht!
(Interview: N.Theurer)