„13:45 Uhr, Gleis 9, nach München“ – Bahnhofsszenen auf der Bühne

Kaum zu glauben, aber zum Ende dieses speziellen Schuljahres, in dem so vieles, das Schule besonders und schön macht, einfach entfallen musste, gab es tatsächlich doch noch eine ECHTE Aufführung. Auf der Bühne des Theatersaals präsentierten die „Literatur und Theater“ Kurse der J1, geleitet von Frau Graf und Herrn Schulz, am Mittwoch, 14. Juli, ihre collagenartig arrangierten Bahnhofszenen, die alle von den Schüler*innen selbst inszeniert wurden.

Am Bahnhof kreuzen sich die Lebenswege der unterschiedlichsten Figuren: die Alienprinzessin „Grazia Gala“ trifft auf einen Currywurstverkäufer, der örtliche Drogendealer wird von einem Teenager hereingelegt, ein Schwarzfahrer raubt mit seiner Ticketsammlung der Schaffnerin den letzten Nerv, die Braut erkennt in letzter Sekunde, dass sie den Falschen heiraten will, eine Pazifistin versucht einen Afghanistansoldaten zu bekehren, Reisende verzweifeln am „Gleiskoordinationsautomaten“ und ein rührseliger Alter glaubt, in einer jungen Frau seine verstorbene Gattin wiederzuerkennen.

Genauso vielfältig wie die Figuren muten die Inszenierungen der einzelnen Szenen an: von völlig skurril, philosophisch tiefgängig, gnadenlos komisch, beschwingt, melancholisch bis traumartig. Die einzelnen Sequenzen fügen sich harmonisch ineinander, immer wieder erinnern typische Bahnhofsdurchsagen an den Handlungsort, an dem alle Szenen spielen: „Hier am Bahnhof kommen viele Menschen vorbei. Er ist quasi wie ein Umschlagplatz“, heißt es in einer Szene.

Die beiden LuT-Kurse haben diesen Umschlagplatz auf der Bühne in beeindruckender Weise zum Leben erweckt. Ein kurzweiliger, sehr unterhaltsamer Nachmittag, der dem Publikum großen Spaß gemacht hat. Danke!